Hockenheimring Juni 2011

oder das verkorkste Wochenende...


Hier sollte eigentlich ein ausführlicher Bericht inklusive Fotos über meine Erfahrung über den Hockenheimring stehen.
Ich war einer von vielen Teilnehmern die am dritten und vierten Juni 2011 an einer Motorradveranstaltung teilgenommen haben.
Leider war für mich das Wochenende etwas verkorkst; perfekte Rennwochenenden sehen anders aus.
Schon im Vorfeld hatte ich Schwierigkeiten; diese rissen auch nicht mit der Teilnahme ab.

Da der Veranstalter keine Haftpflicht- noch Unfallversicherung anbot, musste ich dies für diese Veranstaltung abschließen, nur um festzustellen, dass man für ein ganzes Jahr blechen muss...
Auch wenn ich sehr kurzfristig abschließen musste, klappte es noch auf den letzten Drücker (ein großes Dankeschön an Herrn Horst Graef, der es ermöglichte). Die Ersatzschleifer für die Motorradstiefel die ich gewöhnlich trage, obschon rechtzeitig bestellt, wurden nicht geliefert. Also musste ich mich mit verschlissenen Ersatzschleifern auf den Weg machen, was dazu führte, dass meine Stiefel jetzt zum Schuhmacher müssen...
Als Trost klappte es wenigsten mit den Motorradreifen (Metzeler Racetec Interact K3). Leider hatte ich zu wenig Zeit, diese ausführlich auf der Landstraße zu testen (experimentierte bis ich schließlich vorne mit 2.4 bar und hinten mit 2.5 bar fuhr so dass das extrem nervöse Fahrverhalten ein wenig gelindert wurde).

Freitags bin ich dann angereist (ca. 400 km/h) und total durchgeschwitzt angekommen. Trotz böigen Winds war es sehr heiß und drückend schwül in Hockenheim. Also erst einmal in der Unterkunft angekommen und geduscht. Leider war das Gelenk des Brausekopfes kaputt, so dass das Wasser mehr auf die Wandfliesen spritze denn auf mich. Zudem ließ sich die Temperatur nicht einstellen; hab' wohl oder übel mit ca. 43°C duschen müssen. Von Abkühlung keine Spur; kam mir vor wie ein Krebs in einem Restaurant, der lebend in kochendes Wasser geworfen wird; arme Viecher. Armer ich... Letztendlich dann aufgemacht zur technischen Abnahme.
Hmm, vor der Box, wo die Anmeldung stattfinden sollte, war niemand, bzw. nicht der Veranstalter. Die ganze Boxengasse zweimal rauf und runter gefahren - ohne dass irgendetwas auf den Veranstalter hinwies. Also nachgefragt. Keiner wusste etwas... Irgendwann nach einer Dreiviertelstunde Wartens kam Bewegung ins Fahrerlager. Mittlerweile war ich wieder völlig verschwitzt... Durch Mund-zu-Mund Propaganda wurde dann darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Anmeldung und Abnahme in anderen Boxen als den schriftlich mittgeteilten befänden. Also auf den Weg dorthin gemacht. Leider ist das Hockenheimring-Industriefahrerlager dermaßen klein, dass ein Riesengedränge stattfand (abgesehen davon, dass man aus Platzmangel kaum im Industriefahrerlager sein Moped mal kurz abstellen kann...).

Die Annahme und technische Abnahme waren allerdings super organsiert - da bin ich anderes gewohnt.

Nach der Abnahme bin ich zur Unterkunft gereist, wieder heiß geduscht und ein Restaurant aufgesucht, um zu speisen.
Na ja, das Essen war alles andere als lecker. Wenigsten waren die Getränke gekühlt...

Da ich ausgeruht für den nächsten Tag sein wollte, habe ich mich gegen 23:30 Uhr zu Bett begeben, nur um dann gegen 00:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen zu werden, weil ein paar ausgelassener Burschen betrunken ihre Zimmer aufsuchten, und dauernd irgendwelche Dinge in ihrem Zimmer umwarfen. Zudem hatten sie auch Spaß daran, ihrer Umwelt ihre Gespräche aufzudrängen (wird man mit zunehmendem Alkoholpegel auch schwerhörig?). Da ich ausgekleidet war (es war heiß im Zimmer) habe ich darauf verzichtet, ihnen einen Besuch abzustatten, stattdessen habe ich das Bettzeug mir um die Ohren gewickelt. Einige Zeit später muss ich dann eingeschlafen sein. Leider war mein Schlaf nicht von langer Dauer. Es kamen weitere Radaubrüder, die die Lautstärke ihrer Vorgänger noch überbieten wollten. Also blieb mir nichts anderes übrig, als noch Ohrstöpsel (nee, keine Oropax) zu verwenden. Mittlerweile war es nach 02:00 Uhr. Kurze Zeit später bin ich denn mit Ohrstöpsel und Bettzeug übern Kopf eingeschlafen. Etwas später wurde ich durch extrem laute Geräusche wieder wach - die nächste Gruppe kündigte sich lautstark gegen 03:30 Uhr an ('ne Horde wilder Affen macht weniger Geräusche). Da es mir zu bunt wurde, habe ich mich angekleidet und ihnen allen einen Besuch abgestattet. Kurze Zeit später war es dann wirklich ruhig, leider war mein Adrenalin-Spiegel aber noch dermaßen hoch, dass an Schlaf nicht zu denken war. Irgendwann bin ich doch eingeschlafen, nur um dann gegen 06:30 Uhr vom blöden Wecker geweckt zu werden.


Samstagmorgen


Mit Schrecken mich daran erinnert, dass die Dusche ja nur heißes Wasser produziert und mit dem Schlimmsten gerechnet, glücklicherweise war dem aber nicht so. Anstatt heißen Wassers kam jetzt nur kaltes (aber allemal besser als heiß!).

Das Frühstück war wirklich gut, da konnte ich nicht klagen.

Gutgelaunt trotz Mangel an Schlaf auf zur Rennstrecke gemacht.
Die Fahrerbesprechung war kurz und humorvoll gehalten, nichtsdestotrotz waren alle erforderlichen Informationen da; wo geht's lang, was darf man in der Boxengasse nicht, was darf man, wie verhält man sich bei einem Sturz (auch als Nachfolgender oder Freund), wo ist das Medical-Center, wie beendet man einen Turn richtig, Flaggensignale etc.. Gut gemachte Unterweisung!

Noch bevor mein erster Turn anstand, war ich wieder nassgeschwitzt.
Die Sonne brannte erbarmungslos - wäre der böige Wind nicht gewesen, hätte man es nicht aushalten können...
Meine Motivation für den ersten Turn war erst einmal die Strecke und die Reifen kennenzulernen, deren Luftdruck habe ich auf 2.2 vorne und 2.0 bar hinten abgesenkt, wegen der enormen Asphalttemperaturen. Dann mal gemütlich die erste Runde abgespult, die zweite Runde etwas forcierter angegangen, um dann in der dritten Runde mal das Gas auf Anschlag auf der Zielgeraden zu stellen. Beim Rausbeschleunigen aus der Nordkurve ist mir dann gut kontrollierbar der Hinterreifen weggerutscht (zweiter Gang und ca. 135 sind ein Garant dafür :) ) was sehr großes Vertrauen in den Hinterreifen schuf. Respekt an die Ingenieurskunst von Metzeler. So sollten alle Reifen reagieren. :)
Die Parabolika habe ich zu anfangs mit kaum mehr als 210 km/h genommen; so gut kannte ich die Reifen denn doch nicht. :)
Beim Anbremsen der Spitzkehre wurde der Hebelweg am vorderen Bremshebel aber dermaßen lang (Druckpunkt wanderte), dass ich mir für den nächsten Turn eine Änderung der Einstellung des Handhebels vornahm. Statt mit zwei Fingern musste ich mit der ganzen Hand bremsen. Bin ich nicht gewohnt...
Beim Rausbeschleunigen aus der Spitzkehre im ersten Gang steigt das Vorderrad - also haftet der Reifen auch bei dieser Gluthitze auch noch nach drei Runden. Das Vertrauen wird größer.
Beim Rausbeschleunigen aus der Links der Mercedes-Tribüne kommt der Hinterreifen an seine Leistungsfähigkeit, jedoch kündigt sich das so transparent an, dass man schon ohne Gefühl sein müsste, dies falsch zu interpretieren. Racetec Interact K3, du bist ein klasse Gummi. :)

Die vierte Runde, autsch, beim Anbremsen der Nordkurve wird der Hebelweg noch länger als schon zuvor. Das kann doch nicht sein? Sind doch Lucas SRQ-Beläge. Was ist hier los? Bremsflüssigkeit ist auch neu.
Am Ende des Turns gibt es kaum noch Spiel zwischen Handbremshebel und Gasgriff. Trotzdem bin ich mit der 2.18 Zeit zufrieden. Mein erster Turn auf dem Hockenheimring ist vorbei. Wurde auch Zeit, ich hechle wie Hund, mein Mund ist fasertrocken und ich glühe...

Gehe wie die sprichwörtliche Kuh zur Tränke und schlucke einen Becher Wasser nach dem anderen. Freundlicherweise stellt der Veranstalter Wasser und Kaffee zur Verfügung. Kaffee will ich nicht, ab Wasser en Masse...
Körpertemperatur kommt trotzdem nicht runter, ich tropfe wie ein defekter Wasserhahn. Es ist einfach nur schwül und heiß.


Turn 2:


Handbremshebel wurde von Position 5 auf 3 gestellt.
Im kalten Zustand brauche ich nur einen Finger zum Bremsen, ab der zweiten Runde ist es damit aber vorbei, der Druckpunkt wandert unaufhörlich. Vierte Runde. Mist. Muss wieder die ganze Hand nehmen. Wie soll ich auf der Bremse bleiben und gleichzeitig Zwischengas geben? Mit zwei Finger an der Bremse ist das kein Problem, aber mit vieren???

Habe noch mehr Vertrauen in die Reifen, leider aber nicht in die Standfestigkeit der Bremse...
2:14 Minuten
Turn ist beendet und ich stelle die Bremse von Position 3 auf Position 2. Hoffentlich klappt es nun besser.

Gehe wieder zur Tränke. :)
Saufe wie einer, der kurz vor dem Verdursten steht. Anderen geht es nicht besser. Hoffentlich hat der Veranstalter auch genügend Trinkwasservorräte für alle Teilnehmer! (Vorweg, hat er!).


Mittagspause:


Komme langsam wieder runter. Kühle auch merklich ab. Plötzlich kommt das Hungergefühl.
Jep, der Grill am Platz hat geöffnet. Cola, Pommes Frites und Currywurst. Mehr will er nicht, und sitzen, sitzen, sitzen wo etwas Wind herrscht, aber bitte im Schatten...


Turn 3:


Erste Runde wie immer zum Warmmachen (Reifen und mich selber; anbei, warum soll ich mich noch warmmachen, komme mir eh vor als Stünde ich im Begriff den Rekord für die erhöhteste Körpertemperatur zu brechen; wo ist der Rekord angesiedelt, 42°C?).
Nordkurve, zweite Runde, gleiches Spiel, Druckpunkt wandert. Hab' auch zu früh gebremst, komme mit nur ca. 125 km/h an, also ein wenig mehr Gas beim Rausbeschleunigen. Ätsch, denkste, nächster schwarzer Streifen von meinem treuem Gummi auf den Asphalt gemalt (wird nicht zum letzten Mal sein... ;) ). Runde drei, hmm, im Motordrom kann man doch Einfahrt der Links in einem durch die folgende leichte Rechts durchbeschleunigen, oder nicht? Werde das mal für die nächste Runde angehen.
Anbei, Druckpunkt wandert mit jeder Kurve mit. Mach das einen Spaß... :\
Ja, ja, ja, man kann das Motordrom schön schnell im zweiten Gang nehmen. Hmm, geht hier gar noch mehr?
Kann es nicht mehr ausprobieren, muss zurückstecken. Zuviel Verkehr auf der Strecke. Bin nur noch am Überholen... Eine saubere Linie sieht anders aus.
Ankere die Nordkurve immer noch bei 200m, weil ich kein Vertrauen in die vordere Bremse habe.
In der Parabolika sieht's ähnlich aus; bei 235 laut Tacho mach ich Schluss und bremse gemütlich.
2:11 Minuten

Ich koche... Mir ist heiß... Ich habe Durst, Durst, Durst... Der Schweiß rinnt...
Mache ich Schluss für heute? Besser ist es. Ich stehe wirklich kurz vorm Kollabieren (und dies ist kein Scherz!).
Letzte Idee: Funktionsunterwäsche kalt durchspülen und nass wieder anziehen; wird wohl von alleine unterm Kombi trocknen.

Stelle Bremse von Position 2 auf Position 1; mehr geht nicht mehr. Wenn's nicht klappt, muss ich zum Service...


Turn 4:


Alle stehen mir im Weg, Druckpunkt wandert, aber nicht mehr ab der fünften Runde. Pweeh, es verbleiben noch ca. 1 cm bis Bremshebel Gasgriff schlägt. Probiere ich nächste Runde nochmal. Wenn's dann genauso funktioniert spare ich mir den Service-Besuch.
2:12 Minuten

Durst, Durst, Durst.
Schatten, Schatten, Schatten.
Wind, Wind, Wind.

Turn 5:


Druckpunkt wandert mit jedem Bremsvorgang, stabilisiert sich dann aber bei ca. 1 cm vor dem Gasgriff. Service-Besuch wird eingespart.
Komme nicht vorwärts.
Patsch, aua, hab' den Spiegel einer Kawa ZX-10R in die Nieren bekommen. Ist der bescheuert? Ich bin dabei drei andere Fahrer in der Anbremszone der Nordkurve zu überholen, und der will noch durchstechen? Tickt der nicht richtig? Muss noch härter ankern weil der die Kurve langsamer nimmt als ich es gewohnt bin; das Heck meiner Maschine versetzt bedrohlich und fängt dann Vollendens an zu tanzen. *Super Ingo*, klasse gemacht. Sowas kann schneller schiefgehen als einem lieb ist. Hänge mich an ihm dran, in der Parabolika hängt er mich aber ab, weil er den Pulk vor uns ohne Gnade überholt. Hey, nenne mich ruhig Weichei, aber andere grob fahrlässig gefährden ist nicht mein Ding. Ich bin hier aus Spaß, nicht um mich zu duellieren.

Nachdem der Turn beendet ist, stelle ich mir die Frage warum wir alle mit abgebauten/eingeklappten Spiegel fahren müssen, nur der Idiot nicht? Hat der einen Sonderstatus?

Egal, ich koche, aber hauptsächlich ob der herrschenden Temperaturen.
2:11 Minuten

Ich gehe langsam auf dem Zahnfleisch...

Turn 6:


Ich bin groggy und will nur noch unbeschadet den Turn zu Ende fahren. Gemütlich. Laufe auf einen Fahrer auf, der mit dem Knie nicht den Boden berührt. Hey, das ist mein Mann. :) Fahre genüsslich hinterher. Werde zum ersten, dann zum zweiten, dann zum dritten und so fort überholt, bis eine giftgrüne ZX-10R an mir vorbeisticht. Mit meiner Gemütlichkeit ist es schlagartig vorbei. War das der Idiot vom letzten Turn? Hinterher! Brauche ziemlich lange bis ich den Anschluss gemacht habe, die Parabolika geht's herunter, 6. Gang, 235, 240, 245, 250, 255 km/h, ankern, Spitzkehre und ihn innen im ersten Gang ausbeschleunigen. Upps, der hat gar keine Spiegel, Hand heben und ihn wieder vorbeilassen... Sorry, hab' mich geirrt.

2:17 Minuten

Die Parabolika mit Vollgas zu nehmen steht für morgen auf dem Plan. Nicht heute. Fühle mich zu schlapp dafür.

Endlich, endlich, duschen. Die Armatur wurde repariert, jetzt geht's auch mit lauwarmem Wasser. Leider hat der Installateur das defekte Gelenk des Brausekopfes übersehen. Die Fliesen werden mehr gekühlt als ich...

Es ist mittlerweile kurz nach acht abends und ich habe Hunger. Suche einen Griechen auf. Die kriegen mein Geld so oder so, dann ist mir "so" schon lieber. ;)
Das Essen ist erste Sahne, aber leider viel zu viel. Lasse den halbvollen Teller noch zurückgehen. Begebe mich in die Unterkunft. Es ist so schön still - es ist kurz vor 22 Uhr. Haue mich aufs Bett und bin augenblicklich eingeschlafen...

23:30

Meine Freunde sind wieder da... Ich bin zu müde um aufzubegehren. Um 00:15 gehen sie wieder. Es ist so schön still. Ich schlafe wieder ein.

01:15

Der nächste Trupp, gleiche Spiel. Wieso kommen sie und gehen dann wieder?

02:00

Ich bin wieder eingenickt.

04:07

Der ganze Tross kommt. Lautstark, alkoholisiert, randalierend. Aber ich bin auf Zack!
Streife mir schnell Hemd und Hose über und bevor sie in ihren Zimmer verschwinden können, reiße ich die Türe zu meinem auf und brülle sie dermaßen zusammen, dass man mich noch zwei Straßenzüge weiter hört.

04:09

Man hört keinen Mucks. Es ist so schön still. Ich schlafe ein.

06:30

Der blöde Wecker klingelt.

07:15

Frühstück

07:30

Lerne einen Fahrer des Sportfahrerlehrganges kennen und Frühstücke mit ihm gemeinsam.
Wir plaudern Benzin und vergessen beinahe dabei, dass um 08:30 Uhr Fahrerbesprechung ist.

08:23

Fahre in Jeans und Hemd zur Fahrerbesprechung. Mein nächster Turn steht erst um 10:10 Uhr an.
Pweeh, auf Zeit da.

08:45

Bin wieder auf meinem Zimmer.
Muss wieder duschen, obschon die Temperaturen bedeutend angenehmer sind als am Vortag.
Soll ich, oder soll ich nicht. Ein kleiner Teufel schreit nach Rache, als mache ich möglichst viel Lärm und singe (brülle :) ) dann auch extrem laut und unter der Dusche.
Beim Verlassen meines Zimmers vernehme ich Gemurmel in den angrenzenden Zimmern. Das Singen hat seine Wirkung getan! >:).

09:40

Lege mir ein mit kaltem Wasser getränktes Handtuch in den Nacken. Ah, tut das gut. Warum bin ich nicht gestern auf diese Idee gekommen?

10:10

Einführrunde, benutzte dafür nur einen Finger, sonst überbremse ich. Runde zwei, fahre schon mit zwei Fingern. Aber halt, wollte ich nicht Parabolika mit Vollgas nehmen. Ja, also in der nächsten Runde dies angehen.
Parabolika:
Schalte bei 180 vom zweiten in den dritten Gang.
Schalte bei 210 vom dritten in den vierten Gang weil der Hinterreifen droht durchzudrehen.
Schalte bei 235 vom vierten in den fünften Gang. Hmm, zu kurz übersetzt, oder etwa doch nicht?
Schalte in tiefster Schräglage bei 260 km/h vom fünften in den sechsten Gang. Komme zu weit nach außen, also mache ich den Gashahn kurz zu. Mist. War eine Täuschung. Die Fahrbahn ist breit genug. Beim Aufrichten stehen 265 km/h auf der Uhr. Das war wohl nix.
Ankere was das Zeug hält (benutze dafür die ganze Hand) und muss gleichzeitig fünf Gänge runterschalten. Das macht keinen Spaß. Rolle mehr denn ich fahre auf die Spitzkehre zu. Da geht noch was! :)
Wie war das noch mit dem Motordrom? Da wollte ich doch - genau! Eine Linie! Also auf zum Motordrom. Aus der Sachskurve im zweiten Gang beschleunigen, Mist, schöner schwarzer Gummi... Einfahrt Motordrom, Gas, Gas, Gas, klappt wunderbar. Autsch, da kommt noch die Rechts, dafür bin ich jetzt aber viel zu schnell, also in voller Schräglage mit Gefühl ankern. Nehme dazu die ganze Hand; muss ja nicht runterschalten... In der nächsten Runde muss es doch einen Tick schneller gehen, oder?
Nordkurve: Freie Fahrt, keiner da den ich überholen müsste, bleibe diesmal im dritten Gang. Erwische für meine Verhältnisse die Kurve perfekt, trotz der Schwierigkeiten beim Bremsen und gleichzeitigem Runterschalten.
Mit 150 durcheilt, Gas, Gas, Gas, dann bremsen und runterschalten vom vierten in den ersten. Na ja, geht so. Mit nur zwei Finger an der Bremse klappt so etwas besser.
Einfahrt Parabolika.
Nicht optimal erwischt aber ausreichend. Beschleunige kurz hoch im ersten, umlegen. Auweia, rutsche mit dem linken Fuß von der Raste, habe aber glücklicherweise so viel Druck auf dem Kurvenäußeren Fuß, dass bis auf zwei Schlingerbewegungen nichts passiert. Pweeh, Glück gehabt!
Schalte unverzüglich, nachdem ich meine Gliedmaßen wieder sortiert habe in den zweiten Gang, dann in Schräglage in den dritten, vierten, fünften, sechsten, halte mich mehr in der Mitte der Parabolika; da scheint's mehr Grip zu haben. Richte die Maschine auf; 279 km/h laut Tacho. Na, geht doch. Ankern, und runterschalten in den ersten - und das alles mit vier Finger am Bremshebel. Wie einfach wäre das mit nur zweien. Ziehe locker ohne irgendjemanden zu gefährden noch an zwei Fahrern in der Bremszone vorbei. Muss die Spitzkehre aber ein wenig stumpf anfahren. Rausbeschleunigen, sitze noch nicht richtig gerade da geht auch schon wieder das Vorderrad in die Höhe. Also schnell in den zweiten, dann dritten, vierten, und bei 225 laut Tacho wieder in die Eisen steigen und in den dritten schalten, so dass der folgende Rechtsknick mit 165 genommen werden kann. Habe noch viel Luft zu den Außenkerbs. Hier sollte noch was gehen. :) Nun tief in die folgende Links rein gebremst (Mercedes-Tribüne) und einen Gang runtergeschaltet, um dann wieder vorsichtig zu beschleunigen; der Grip hier ist nicht besonders; der Hinterreifen schmiert ein wenig, aber das macht nichts, habe großes Vertrauen zu den Metzeler Racetec Interact K3; die Rückmeldung ist enorm und es ist ein gutmütiger Reifen; er kündigt früh genug an wenn's denn genug ist. Jetzt kommt meine Schwachstelle. Ich kann's nicht ändern... Ausfahrt Mercedes-Tribüne verschenke ich immer Zeit, weil ich in dem langen Rechtsbogen die Kerbs nicht richtig wahrnehme und dementsprechend zu zaghaft am Gas bin. Hier geht viel mehr. Bräuchte hier jemanden der mich da durch- und mitzieht, aber niemand hinter mir scheint willens dazu. :) Auf der kurzen Geraden schalte ich kurz in den vierten hoch und drehe den Motor aus, um dann einen Gang zurückzuschalten und die Einfahrt zur "Mobil 1 Kurve" mit ca. 140 km/h zu nehmen. Irgendwie schaffe ich es nicht, diese Kurve vernünftig zu nehmen... Egal, es stehen noch ein paar Turns an; werde mich mal an einer/n schnelleren Fahrerin/Fahrer dranhängen.

Sachskurve, einen Gang runterschalten und tief reinbremsen, nah, das war nicht besonders. Da hätte ich das Motorrad auch durch die Sachskurve schieben können. Aber jetzt gilt es, Gas, Gas, Gas; bin immer noch im zweiten Gang und der Knieschleifer schrammt über die Innenkerbs des Motordroms. Noch mehr Gas, Vollgas im zweiten Gang. Die leichte Rechts habe ich so genommen als wäre sie die Verlängerung der Links. :) Bin somit sauber durchgekommen! :) Jetzt gilt es aber wieder die folgende Rechts, den Ausgang vom Motordrom, zu erwischen. Also bremsen, bremsen und in die Rechts umlegen. Kurz wieder hochbeschleunigen und wieder stark in Schräglage bremsen und ich durcheile wie auf Schienen die Südkurve. Auf der Geraden sind ein paar vor mir, hole aber sehr schnell auf. Ich liebe die Power einer 1000er. :) Leider geht es vor mir zu dritt in einer Reihe auf die Nordkurve zu; ich nehme das Gas weg und sortiere mich hinter ihnen ein. Mit 100 geht's durch die Nordkurve. Schade, hätte eine bessere Zeit werden können.

Nach Ende des Turns gehe ich erst einmal wieder zur Kuhtränke. Hab' Durst, bin aber nicht so außer Atem wie gestern.
Als dann die Zeiten bekannt gegeben werden bin ich doch positiv überrascht.
02:06 Minuten

Heute macht das Fahren richtig Spaß, gerade weil die Temperaturen sehr viel erträglicher sind.

Leider kann ich mich in den folgenden vier Turns aus verschiedenen Gründen nicht mehr verbessern, sei es nun weil ich zu verspielt bin (habe mit befreundeten Fahrern einen Infight geübt, was heißt dass man sich gegenseitig überholt, und zwar abwechselnd), oder auch meine Motivation zu gering ist, wie dem auch sei, es bleiben immer um die 2:06 Minuten; mittlerweile habe ich auch schon zwei Blasen an der rechten Hand (blöde Bremse...).

Der letzte Turn am Sonntag war mein schnellster, obwohl ich eigentlich nur noch gemütlich fahren wollte. Aber wie der Ehrgeiz so will, kam just eine Kawa mit Spiegel in der Parabolika an mir vorbeigebrettert. Da konnte ich nicht wiederstehen...

Nach Rückgabe des Transponders bin ich zum Fotographen geeilt, nur um dann festzustellen, dass die CD 39,- EUR kosten sollten (akzeptabler Preis), jedoch nur 18 Fotos darauf wären, die allesamt am ersten Renntrainingstag geschossen wurden. Beim Durchstöbern dieser Fotos kamen dann gerade mal 7 Fotos zum Vorschein, die mir gefielen, so dass ich mich entschloss die CD nicht zu erwerben. 7 Fotos für 39,- EUR sind mir definitiv zu wenig. Daher gibt es hier auch keine Fotos.

Muss mir mal Gedanken machen, ob ich zukünftig mir nicht als Alternative eine HD-Kamera auf den Tank installiere, so dass ich ein paar Runden Videomaterial zusammen bekomme, die ich als Erinnerung verwenden kann.


In diesem Sinne, sportliche Grüße vom Niederrhein.



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